Ein Qualifizierungslehrgang dreht sich sonst um Regeltests, Laufzeiten und die Vorbereitung auf die neue Saison. In Sternberg blieb am 11. und 12. Juli aber auch Raum für etwas anderes: den Dank an Kolleginnen und Kollegen, die ihre aktive Zeit im Landesfußballverband beenden oder neue Wege gehen. Manche wurden verabschiedet, andere für ihre Verdienste geehrt. Und bei einigen Namen wurde es im Saal erst richtig still, bevor der Applaus losbrach.
Valentin Vogel hat viele Jahre in der NOFV-Oberliga gepfiffen und zieht sich zur neuen Saison aus dem aktiven Geschehen zurück. Beim diesjährigen Landespokalfinale stand er noch einmal als Assistent an der Linie. Privat hat er zuletzt ohnehin eine schöne neue Aufgabe übernommen: Er ist frischgebackener Papa geworden.
Anna Victoria Brandt war in der Frauen-Regionalliga im Einsatz und 2025 sogar auf dem Cover des offiziellen DFB-Regelhefts zu sehen. Nun beendet sie ihre Laufbahn. Für Martin Tretow bedeutet ein Umzug in ein anderes Land den Abschied aus den Spielklassen des LFV M-V, und auch Karl-Christian Schmidt hängt die Pfeife im Verband an den Nagel. Leon Kramp bleibt dem Fußball erhalten, wechselt aber in einen anderen Landesverband. René Kepert geht nach einer Verletzung zurück in seinen Kreisverband und bringt seine Erfahrung dort künftig als Beobachter ein.
Gleich zwei besonders verdiente Kollegen zeichnete der LFV mit der Ehrennadel in Silber aus. Martin Westendorf, langjähriger Schiedsrichter und Vorsitzender des Kreis-Schiedsrichterausschusses im Kreis Warnow, nahm die Auszeichnung unter großem Applaus entgegen. Viele im Kreis Warnow haben ihre ersten Schritte als Schiedsrichter unter seiner Begleitung gemacht.
Dietmar Züge erhielt die gleiche Ehrung. Über Jahrzehnte war er auf und neben dem Platz eine geschätzte Figur, stets gut gelaunt und mit einer freudigen Art, die ansteckte. Er hat Talente wie erfahrene Schiedsrichter begleitet und dabei die Gemeinschaft nie aus dem Blick verloren. Die Verabschiedung und Würdigung wurde zu einem Moment, in dem spürbar wurde, wie sehr Dietmar als Mensch geschätzt wird. Der Applaus im Anschluss ließ daran keinen Zweifel.
Um zwei weitere Namen kam an diesem Wochenende niemand herum. Roland Schwenn und Maik Rieck gelten als Legenden im Landesfußball, besonders im Osten, doch bekannt und geschätzt waren sie im ganzen Bundesland. Roland hat über viele Jahrzehnte Spiele geleitet, junge Kollegen an die Hand genommen und stand jederzeit mit Rat und Tat bereit. Maik war fast drei Jahrzehnte aktiv und hat zahllose Kollegen auf ihrem Weg begleitet, zudem ist er zuletzt als Ansetzer im Kreisverband tätig. Für dieses jahrzehntelange Engagement gab es den entsprechenden Dank, und aus vielen Weggefährten sind über die Jahre Freunde geworden. Als die beiden verabschiedet wurden, erhob sich der ganze Saal zu minutenlangen Standing Ovations.
Genauso warm fiel der Abschied für Reinhard “Holli” Waack und Klaus-Dieter “Klausi” Hintze aus. Über Jahrzehnte waren die beiden aus dem Schiedsrichterwesen kaum wegzudenken, im ganzen Land bekannt und immer hilfsbereit, ganz gleich, welchem Kollegen gegenüber. Der Verband dankte ihnen ausdrücklich für ihren langen Einsatz. Wie bei Roland und Maik sind auch aus ihrer Arbeit über die Jahre Freundschaften gewachsen. Auch für sie erhob sich der Saal zu minutenlangen Standing Ovations, und manch einer musste sich dabei kurz sammeln.
Am Ende gilt der Dank des Verbandes und des Verbandsschiedsrichterausschusses allen, die gehen. Mit Maik Rieck, Roland Schwenn, Dietmar Züge, Klaus-Dieter Hintze und Reinhard Waack wurden nicht nur verdiente Schiedsrichter verabschiedet, sondern Freunde und Vorbilder. Von ihrer Einstellung, ihrem Engagement und ihrem Auftreten als verlässliche Spielleiter können jüngere wie erfahrene Kollegen viel mitnehmen. Sie werden fehlen, und sie hinterlassen große Fußstapfen.