Am 1. November 2026 fand in der Sportschule am Yachthafen in Warnemünde bereits der mittlerweile 4. Fachtag statt. Unter dem Thema Frauen- und Mädchenfußball in Mecklenburg-Vorpommern kamen mehr als 70 engagierte Personen zusammen, um über verschiedene Themen zu diskutieren und gemeinsam neue Ideen zu entwickeln.
Das Ziel war von Anfang an klar: An die bestehende Arbeit sollte angeknüpft und diese gezielt weiterentwickelt werden. Die Ergebnisse des Fachtags sollen vor allem als Impulsgeber für zukünftige Maßnahmen des Landesfußballverbandes und der Vereine in Mecklenburg-Vorpommern dienen. Insbesondere die Frauen-Europameisterschaft 2029 in Deutschland wurde dabei als große Chance gesehen, um die Sichtbarkeit des Frauen- und Mädchenfußballs sowie die bestehenden Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern nachhaltig zu stärken und zu verbessern.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Dr. Heiko Lex (Präsident des Landesfußballverbandes) und Carolin Klatt (Verantwortliche für den Frauen- und Mädchenfußball in Mecklenburg-Vorpommern). Beide bedankten sich für die engagierte Arbeit der vergangenen Jahre und hoben die Bedeutung des Fachtags sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung des Frauen- und Mädchenfußballs hervor.
Danke an alle, die täglich für den Frauen und Mädchenfußball ihren Beitrag leisten. Der heutige Fachtag bietet den passenden Raum um den Frauen und Mädchenfußball in MV weiterzuentwickeln.
– Carolin Klatt, Verantwortlich für Frauen- und Mädchenfußball
Nach der kurzen Eröffnung nahm Carolin Klatt direkt an der ersten Podiumsdiskussion teil. Ergänzt wurde die Runde durch Jan Krüger (Landestrainer weiblich), Nico Kosche (Trainer des Perspektivteams Neustrelitz) und Julia Loh (Verantwortliche für Frauen und Mädchen im Verbandsschiedsrichterausschuss). Im Mittelpunkt der Diskussion standen insbesondere der Rückblick auf vergangene Veranstaltungen sowie die Arbeit der vergangenen Legislaturperiode. Darüber hinaus wurden wichtige Themen wie die Gewinnung und langfristige Bindung von Spielerinnen und Schiedsrichterinnen angesprochen. Carolin Klatt hob dabei besonders die Zahl von rund 2.000 Spielerinnen hervor, die in der Saison 2024/2025 aktiv am Spielbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern teilnahmen. Dies entspricht einer Steigerung von elf Prozent gegenüber der Vorsaison und stellt eine bemerkenswerte Entwicklung dar. Jan Krüger stellte vor allem den Weg in die Landesauswahl in den Fokus und benannte dabei fünf wichtige Säulen der Talentförderung: die DFB-Stützpunkte, Sichtungstrainingseinheiten, die Sichtung im regulären Spielbetrieb durch die Jahrgangstrainer, Fördertrainingseinheiten sowie die Kommunikation mit den Heimatvereinen. Nico Kosche stellte stellvertretend die Fördermöglichkeiten durch Perspektivteams vor und veranschaulichte diese am Beispiel der TSG Neustrelitz.
Auf die Podiumsdisskussion folgte die erste Runde der Barcamps. Hauptthemen dabei waren die Frauen EM 2029 in Deutschland, Gesellschaftlich Verantwortung, Infrastruktur und der Spielbetrieb. Die Barcamps sollten den Mittelpunkt der inhaltlichen Erarbeitung von neuen Ideen darstellen. Nach Erarbeitung der ersten Inhalte wurden diese in einer kurzen Auswertungsrunde direkt besprochen und anlysiert.
Nach einer Mittagspause im Speisesaal der Sportschule stand die zweite Podiumsdiskussion auf dem Programm. Neben Lilly Mahn und Amy Petzke (Spielerinnen des Perspektivteams Neustrelitz) sowie Julia Hesse (Spielerin der Hansa-Frauen und FSJlerin beim LFV) nahmen auch Ralf Behnke (Trainer des Hagenower SV), Liselotte Holnberg (Trainerin der zweiten Frauenmannschaft des F.C. Hansa Rostock) und Diana Räder-Krause (Schiedsrichterin) an der Diskussion teil.
Die Gesprächsrunde zeichnete sich insbesondere durch die vielfältigen Perspektiven der Teilnehmenden aus. Alle Beteiligten konnten aus ihrer aktiven Rolle im Frauen- und Mädchenfußball berichten und ihre ganz unterschiedlichen Erfahrungen einbringen.
Ralf Behnke stellte dabei vor allem die Besonderheiten der Trainertätigkeit im Mädchenfußball in den Mittelpunkt. Liselotte Holnberg und Julia Hesse gaben Einblicke in ihre eigenen fußballerischen Laufbahnen und berichteten über ihre Erfahrungen im leistungsorientierten Frauen- und Mädchenfußball. Lilly Mahn und Amy Petzke erzählten von ihrem persönlichen Weg zum Fußball und davon, wie sie überhaupt zu diesem Sport gekommen sind. Diana Räder-Krause konnte durch ihre Erfahrungen als Trainerin, Funktionärin und Schiedsrichterin zahlreiche Einblicke in die unterschiedlichen Bereiche des Fußballs geben und wertvolle Tipps aus ihrer langjährigen Praxis weitergeben.
Im Anschluss an die zweite Diskussionsrunde fand die zweite Runde der Barcamps statt. Die Schwerpunktthemen waren dabei Spielerinnen, Trainerinnen, Funktionärinnen und Schiedsrichterinnen. Beim anschließenden Gallery Walk wurde schnell deutlich, dass es in all diesen Bereichen noch zahlreiche Herausforderungen gibt. Themen wie Verletzungen, die Gewinnung von Schiedsrichterinnen und die Ausbildung von Trainerinnen zeigten, wie vielfältig und komplex die bestehenden Probleme im Frauen- und Mädchenfußball sind. Die Teilnehmenden zeigten dabei großes Engagement und erarbeiteten in ausführlichen Diskussionen spannende Ansätze und mögliche Lösungswege.
Mit einem abschließenden Panel endete die Veranstaltung. Dabei wurden insbesondere die ersten Erkenntnisse des Tages sowie weitere Stimmen und Ergebnisse aus den Barcamps zusammengefasst und ausgewertet. Die ausführlichen Ergebnisse des Fachtags werden in einem gesonderten Bericht veröffentlicht.
Der Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern bedankt sich herzlich bei der Sportschule am Yachthafen Warnemünde für ihre Gastfreundschaft und die tatkräftige Unterstützung bei der Planung und Durchführung des Fachtags. Ein besonderer Dank gilt außerdem allen engagierten Teilnehmenden sowie allen, die sich tagtäglich im gesamten Bundesland für die Sichtbarkeit und Weiterentwicklung des Frauen- und Mädchenfußballs einsetzen.