Wir wollen alle das Gleiche: Zusammen kicken!


20.11.2019
Verband • Projekte • Soziales Engagement

Die Nachwuchsfußballer aus dem Leistungszentrum des F.C. Hansa Rostock unterstützen die LFV-Aktion "Toleranz ist kein Tüddelkram"

Der Fußball offeriert durch seine Eigenschaft als Mannschaftssportart und überdies durch seinen großen Bekanntheitsgrad die Chance, soziale Kompetenzen zu vermitteln. Das gilt für alle Altersklassen, ist der Fußballsport doch schlussendlich ein Abbild der Gesellschaft. Auf den zahlreichen Fußballplätzen in Deutschland und damit auch in Mecklenburg-Vorpommern finden wir stets aktive oder passive Mitstreiter, die sich in mehr oder minder vielen Merkmalen unterscheiden: Herkunft, Kultur, Religion, Geschlecht, Alter, Motivation, körperlichen und geistigen Voraussetzungen. Ebenso wie andere Bereiche unserer Gesellschaft profitiert der Fußballsport mit dessen Basis im Vereins- und Verbandsleben von dieser kulturellen Vielfalt.

Vereine fördern und stärken den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl. Zusammen mit der eigenen Mannschaft werden sie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur Sozialisationsinstanz und beeinflussen deren Verhalten sowie die Moral- und Wertevorstellungen.

Flagge zeigen für Toleranz

Gemeinsam mit seinen Vereinen setzt der Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern (LFV) in dieser Hinsicht ein klares Signal und zeigt Flagge. Mit der Banner-Initiative unter dem Motto „Toleranz ist kein Tüddelkram“ sollen vielfältige und weltoffene Vereine des Landes erreicht werden, die für dieselben Werte einstehen. Intolerantes und diskriminierendes Verhalten hat im LFV keinen Platz. Der größte Sportfachverband in Mecklenburg-Vorpommern setzt sich nachhaltig für ein klischeefreies und respektvolles Miteinander ein.

In diesem Zusammenhang macht auch Dr. Heiko Lex, Vorsitzender im Ausschuss für Vereinsentwicklung des LFV, deutlich: „Im Fußball treffen alle Ethnien, Einkommensschichten und Milieus aufeinander. Persönliche Einstellungen spielen hier keine Rolle. Es kommen viele zusammen und sie haben einen Aufhänger: eine Gemeinschaft, in der man zusammenspielt. Alle identifizieren sich mit dem gleichen Gegenstand und Vielfalt bedeutet: Sportliche Betätigung unter einem gemeinsamen Nenner.“

Hansa-Nachwuchs macht den Anfang

Der offizielle Startschuss für die Aktion, welche in die bereits über mehrere Jahre währende LFV-Kooperation mit dem Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung unter dem Namen „Unser Fußball ist bunt und tolerant“ eingebettet ist, fiel beim Nachwuchsleistungszentrum des F.C. Hansa Rostock. Dort wurde das individualisierte Banner in der vergangenen Woche offiziell übergeben und am Kunstrasenplatz – Spielstätte für zahlreiche Heimspiele der FCH-Junioren – aufgehängt.

Mit dem Banner setzen wir ein Zeichen. Es ist nicht nur sichtbar für unsere Jungs, sondern auch für die Gästemannschaften sowie für alle Zuschauer, die hier vorbeikommen“, sagt Lukas Neumann, pädagogischer Mitarbeiter in der Hansa-Nachwuchsakademie für den Bereich Prävention. Er ergänzt: „Wir haben den Wert der Toleranz in unserer Vereinssatzung verankert und unterstützen unsere Trainer und Mitarbeiter bei den alltäglichen Herausforderungen in diesem Thema.“

Auch die Hansa-Youngster stehen – nicht zuletzt aufgrund selbst gemachter Erfahrungen –  hinter der Aktion. „Ich habe von meinen Eltern gelernt, dass man der vermeintlich schwächeren Seite immer beistehen sollte. Wir übernehmen hier im Nachwuchsleistungszentrum Verantwortung füreinander und sind diszipliniert und vor allem wollen wir alle das Gleiche: Zusammen kicken“, erklärt Alexander Bröker, der für die B-Junioren des F.C. Hansa in der Regionalliga Nordost aufläuft.

Ausgegrenzt zu werden, ist ein schlimmes Gefühl, weil man auf gar nichts mehr Lust hat“, berichtet Mahdi Mohammadi, 14-jähriger C-Juniorenspieler mit afghanischen Wurzeln. Sein Vereinskamerad Theo Gunnar Martens macht dahingehend deutlich: „Auf dem Platz greift öfter mal der Schiri ein, wenn jemand blöd angemacht wird. Aber wichtig ist es auch, dass man im Alltag für andere eintritt.“


Toleranz ist kein Tüddelkram – jetzt bewerben

Für die Banner-Aktion „Toleranz ist kein Tüddelkram“ des Landesfußballverbandes können sich jetzt alle Vereine, die Flagge für Vielfalt und Toleranz zeigen wollen, bewerben. Damit wird ein sichtbares Zeichen für Gleichheit, Toleranz, ein gemeinsames Miteinander, Respekt und Fairplay auf und neben dem Platz gesetzt.

Die Bewerbung erfolgt online mit dem entsprechenden Anmeldeformular.

Ansprechpartnerin beim Landesfußballverband ist Melissa Herfort (E.Mail: melissa.herfort[at]lfvm-v.de / Tel.: 0381/1285526)

Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Kopernikusstraße 17a
18057 Rostock

Tel.: 0381 / 12855-0
Fax: 0381 / 12855-22
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