Um Leben zu retten: Funktionsweise und Beschaffung von Defibrillatoren


28.06.2021
Spielbetrieb • Männer • Frauen • Junioren • Juniorinnen • Schiedsrichter • Service • Gesellschaftliche Verantwortung

Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED) sind seit dem tragischen Zwischenfall mit dem Protagonisten Christian Eriksen und zahlreichen Helfer:innen während der EURO 2020 im Vorrundenspiel zwischen Dänemark gegen Finnland in aller Munde. Fakt ist: Diese Geräte retten Leben und haben auch in diesem konkreten Fall einen großen Anteil daran, dass der Tod eines Spielenden verhindert werden konnte. Aber es gibt auch andere denkbare Szenarien für den Einsatz rund um den Sport.

Wie wichtig aber es ist nun, einen AED in Sportstätten zur Verfügung zu stellen? Wie funktionieren die Geräte und wie sieht die Beschaffung aus? Diese Fragen beschäftigen derzeit die (Amateur-)Fußballwelt. Der ASB in Mecklenburg-Vorpommern, Kooperationspartner des Landesfußballverbandes Mecklenburg-Vorpommern (LFV), hat mit dem Projekt MV SCHOCKT bereits viel Expertise im Bereich der Ersten-Hilfe mit AEDs aufgebaut und klärt auf. Der ASB ist in diesem Zusammenhang gerne Ansprechpartner in allen Fragen rund um deren Einsatz.

Was ist ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) und wie funktioniert er?

Ein AED (auch „Defi“ genannt) ist ein leichtes, handliches, batteriebetriebenes Gerät, das nach Einschalten und Aufkleben von Elektroden auf die Brust des Opfers zunächst den Herzrhythmus automatisch analysiert. Falls ein lebensgefährliches Herzrasen festgestellt wird, fordert das Gerät den Helfer über Sprachanweisung zur Defibrillation auf. Die automatischen Defibrillatoren sind wartungsfrei, mit Ausnahme der Erneuerung der Batterie im Rhythmus von je fünf Jahren. Sie sind so konzipiert, dass mit ihnen kein Schaden am Menschen verursacht werden kann. Den entscheidenden Schritt – die Analyse des Herzrhythmus – führt das Gerät automatisch und mit größter Genauigkeit durch. Liegt ein lebensgefährliches Kammerflimmern vor, fordert das Gerät über Sprachanweisung zur Defibrillation auf. Ein Elektroschock kann nur abgegeben werden, wenn tatsächlich ein lebensgefährliches Kammerflimmern vorliegt. Ein fehlerhafter Gebrauch oder gar der Missbrauch ist so praktisch ausgeschlossen.

Wieso sollte ein AED in der Nähe von Sportstätten vorhanden sein?

Der plötzliche Herztod ist ein gänzlich unerwarteter Tod. Das Schockierende und Problematische daran ist, dass er in der Regel völlig unvorhersehbar eintritt – auch und vor allem bei Menschen ohne jegliche Vorerkrankung. Die ersten Anzeichen kommen oft ganz harmlos daher: Meist fängt es mit Schweißausbruch, Blutdruckabfall, einem Schwächeanfall oder Engegefühl in der Brust an. Symptome, bei denen man an eine kleine Kreislaufschwäche denkt, nicht aber gleich an eine lebensbedrohliche Situation. Das macht es für mögliche Helfer so schwierig, richtig und vor allem schnell zu reagieren. Doch gerade der Faktor Zeit spielt die größte Rolle für die Überlebenschance. Je schneller Hilfe eintrifft bzw. geleistet wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Herzstillstand überlebt werden kann.

Sportstätten sind nicht nur die Austragungsorte von Veranstaltungen. Sie ziehen regelmäßig viele Menschen an, sind meist beliebte Sammelplätze und auch in weniger dicht bewohnten Gebieten bekannte Einrichtungen. Ein AED-Gerät gibt somit den Vereinen, den Betreibern und allen Menschen rund um das Gelände Sicherheit im Umgang mit lebensbedrohlichen Situation.

Wie besorgt man einen AED und welches Gerät sollte es sein?

Grundsätzlich werden durch alle in Deutschland erhältlichen AED-Geräte die für die Anwendung im Notfall notwendigen Voraussetzungen erfüllt. Eine detaillierte Übersicht ist auf www.mv-schockt.de zusammengetragen. Hier gibt es darüber hinaus Tipps zum Kauf von z.B. Zubehör, wie Beschilderung und Materialen zur Ersten-Hilfe. Der ASB in Mecklenburg-Vorpommern bietet zudem eine Vielzahl an Erste-Hilfe-Kursen und Seminaren an. Die Schulung mit AED Geräten ist dabei ein fester Bestandteil.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Das Land Mecklenburg-Vorpommern gewährt Zuwendungen zur Beschaffung von AED-Geräten, die im öffentlichen Raum aufgestellt und betrieben werden. Zuwendungsempfänger können Eigentümer, Betreiber oder Träger der entsprechenden Immobilien sein, in denen ein AED aufgestellt und betrieben werden sollen. Die Zuwendungen werden im Rahmen der Projektförderung als Anteilfinanzierung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses gewährt.  Die Zuwendung beträgt – bei öffentlichen Körperschaften, gemeinnützigen und sonstigen, nicht auf Gewinnerzielung gerichteten Einrichtungen 100% der Anschaffungskosten, jedoch max. 1.600 Euro – bei anderen Zuwendungsempfängern (z.B. Unternehmen) 90% der Anschaffungskosten, jedoch max. 1.400 Euro. Gefördert werden die Anschaffungskosten der AED. Nicht gefördert werden Kosten für die Aufstellung, Personaleinweisung und Wartung.

Weitere Informationen zur AED-Förderung gibt es auf den Seiten des Landesförderinstitutes Mecklenburg-Vorpommern (LFI).

Wieso sollte man einen AED bei MV SCHOCKT registrieren?

Eigentümer:innen eines "Defis" können mit dessen Registrierung dabei helfen, dass ein AED-Gerät bei einem Herznotfall in unmittelbarer Umgebung schnell gefunden und von Ersthelfer:innen eingesetzt werden kann. Dies geschieht mittels der kostenlosen MV SCHOCKT-App. Dank deren Funktionalität kann überall und zu jeder Zeit auf die AED-Datenbank zugegriffen werden. In der Datenbank sind sämtliche bislang in Deutschland registrierte "Defis" aufgelistet. Die Verfügbarkeit in einer Notfallsituation wird über die vorherige Angabe von Öffnungszeiten gesteuert. Auf diese Weise werden bei einem Herznotfall auch nur diejenigen nahegelegenen "Defis" angezeigt, die auch zum Zeitpunkt frei zugänglich sind.

Übrigens: Der ASB führt derzeit eine "Summer Challenge" durch, um mit Hilfe der Teilnehmenden alle "Defis" im Land zu finden und zu registrieren und somit dem plötzlichen Herzstillstand im Land entgegenzutreten.

Der Vorfall bei der EURO 2020 zeigt: Das umsichtige und schnelle Handeln der Ersthelfer:innen und das Vorhandensein eines Defibrillators waren wesentliche Bestandteile der Rettung des Dänen Christian Eriksen. [Foto: Getty Images]


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