Sensibilisieren und konsequent handeln: LFV M.-V. positioniert sich gegen Diskriminierung und Gewalt


16.12.2019
Verband • Spielbetrieb • Soziales Engagement • Prävention

In den zurückliegenden Wochen häuften sich die gemeldeten Zwischenfälle im LFV-Spielbetrieb, bei denen Zuschauer mit diskriminierenden Äußerungen gegen Aktive oder tätliche Gewalt gegen Unparteiische für Aufsehen sorgten.

Gerade zum Ende der Hinrunde 2019/2020 musste der Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern (LFV) eine erhöhte Anzahl an Vorfällen rund um den Spielbetrieb auf Kreis- und Landesebene zur Kenntnis nehmen. In diesem Zusammenhang distanziert sich der LFV ausdrücklich von Diskriminierung und Gewalt in jeglicher Form. „Jeder Vorfall in diese beiden Richtungen ist stets einer zu viel. Die zuletzt einsetzende Entwicklung mit einer Vielzahl derartiger Ereignisse ist dahingehend besonders besorgniserregend“, stellt LFV-Präsident Joachim Masuch fest.

Trotz der vorzunehmenden Differenzierung der einzelnen Vorkommnisse ist aber eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung hinsichtlich der Zunahme von Radikalität und sinkender Hemmschwellen in Sachen verbaler und körperlicher Gewalt zu verzeichnen. Dies äußere sich nicht zuletzt im Sport im Allgemeinen und dem Fußball im Speziellen als vielzitiertes „Abbild der Gesellschaft“ – gerade im Amateurbereich.

„Als Fachverband verstehen wir uns auch in dieser schwierigen Situation als Ansprechpartner und Dienstleister für unsere Vereine“, sagt LFV-Präsident Joachim Masuch. Er macht an der Stelle aber auch deutlich, dass nachhaltige Lösungen bzw. präventiven Maßnahmen nur von den Sportverantwortlichen (Vereine und Verbände), Polizei und Politik gemeinsam gefunden und umgesetzt werden können. Erst kürzlich äußerten die Präsidenten aller 21 Landesverbände in einer gemeinsamen Erklärung den ausdrücklichen Wunsch, ein bundesweit flächendeckendes Gewaltpräventionsprogramm anzubieten, das von Sportvereinen in Anspruch genommen werden kann. 

„Unabhängig davon gibt es aber nun einmal – leider – kein Patentrezept gegen Diskriminierung und Gewalt in ihren verschiedenen Formen. Es gilt daher weiterhin alle Beteiligten und Betroffenen an möglichst vielen Stellen zu sensibilisieren um derartige Vorfälle möglichst zu minimieren und bei deren Auftreten bestmöglich aufzuklären“, so Masuch. Das gelte auch für die aktuellen Ereignisse. Generell gehöre hierzu die Anwendung eines entsprechenden Strafmaßes. Das bedingt zunächst, dass Straftaten auf Fußballplätzen stets auch zur Anzeige gebracht und von den zuständigen Behörden konsequent strafrechtlich verfolgt werden. Auch diese Forderung hatten die Präsidenten der Landes- und Regionalverbänden verlauten lassen. Vereine (im Rahmen des eigenen Hausrechts) und Verbände können darüber hinaus mit befristeten oder unbefristeten Stadionverboten arbeiten.

Trotz alledem bekräftigt der Präsident des LFV: „Der Fußball in Mecklenburg-Vorpommern ist und bleibt bunt und tolerant.“ Getreu dem Motto „leben und leben lassen“ soll es auf den Sportplätzen im Land „spielen und spielen lassen“ bzw. „zuschauen und spielen lassen“ heißen. „Im Fußball geht es um Tore und nicht um Hautfarben, Nationalitäten, Religionen, ethnische Herkunft oder sexuelle Orientierungen.“ Es ist aber eben jene Vielfalt, die unserem Sport ihren zusätzlichen Reiz verleiht und so besonders macht. „Wir setzen uns daher mehr denn je für einen fairen Umgang, einen sensibilisierten Sprachgebrauch und couragiertes Verhalten mit- und untereinander ein“, sagt Joachim Masuch abschließend.


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