Schiedsrichter-Förderkader macht erste Erfahrungen mit individuellem Coaching


28.03.2019
Schiedsrichterausschuss • Spielbetrieb • Schiedsrichter

Beim Studium und der Analyse von ausgewählten Videoszenen gab es viele Diskussionen.

Talentförderung durch individuelles Coaching – das ist ein gewichtiger Schwerpunkt des Schiedsrichterausschusses des Landesfußballverbandes Mecklenburg-Vorpommern (LFV M.-V.), um junge Unparteiische bei ihrer Entwicklung nachhaltig zu unterstützen. Dazu trafen sich am vergangenen Wochenende Mitglieder des Förderkaders und ihre „Begleiter“ zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch.

Coachee und Coach, Mentee und Mentor oder aber junger und erfahrener Schiedsrichter. Letztgenannte stehen den jüngeren Kollegen mit Rat und Tat zur Seite. Das Konzept gehört mit zum Förderprogramm für verheißungsvolle Talente im Schiedsrichterwesen Mecklenburg-Vorpommerns. Der Verantwortliche für Talentförderung im LFV-Schiedsrichterausschuss, Dr. Enrico Barsch, begrüßte die Teilnehmer am vergangenen Wochenende im Rostocker Sportforum zum gemeinsamen Kennenlernen.

Nach einer anfänglichen Vorstellungsrunde ging er näher auf das Konzept und dessen Schwerpunkte ein. So sollte sich jeder Coachee vor Augen führen, welche konkreten Ziele er verfolgt. „Die Reflexion der eigenen Leistung und Entwicklung sind dabei elementare Komponenten“, sagte Dr. Barsch, der gleichzeitig als stellvertretender Schiedsrichterobmann fungiert. Dafür wird den Talenten ein eigenes individuelles Entwicklungsprofil an die Hand gelegt, welches sie „pflegen“ müssen. So halten die Jungreferees beispielsweise nach Spielleitungen positive und negative Erkenntnisse schriftlich fest. Die Coaches helfen in dieser Hinsicht mit ihrem Know-how. Sie sind entweder selbst vor Ort dabei (aktiv als Schiedsrichter bzw. Assistent) oder können im Nachhinein kontaktiert werden. „Entscheidend ist der regelmäßige Erfahrungsaustausch.“

Diesen gab es anschließend in Form von lebendigen Diskussionen beim Studium von ausgewählten Videoclips mit zum Teil strittigen Szenen. Auch hier zeigte sich: Gemeinsam kommt man manchmal schneller zu einem Ergebnis.

Im weiteren Zuge der Veranstaltung referierte Florian Lechner – aktuell Referee un der 3. Liga und Assistent in der 2. Bundesliga – zum Thema „Vom Talent zum etablierten Schiedsrichter“. Der 27-Jährige gab ganz konkrete Tipps zu Voraussetzungen, zur Vor- und Nachbereitung des Spiels sowie zu Anforderungen. Auch stellte er den Lehrgangsteilnehmern seinen ganz persönlichen wöchentlichen Trainingsplan vor. „Ich setze auf Stabilisation, kombiniert mit Intervalltraining. Aber auch die Regeneration ist wichtig“, verriet Lechner. Der NOFV-Referee des Jahres ist im Schiedsrichterausschuss des LFV M.-V. der Verantwortliche für das „Individuelle Coaching“. Er wies auch darauf hin, dass "man sich regelmäßig mit der Entwicklung des Fußballsports beschäftigen“ müsse.

Beide Lehrgangsleiter mahnten zu guter Letzt die klassischen „Basics“ an. „Neben Motivation, Dankbar- und Pünktlichkeit lasst Demut walten. Seid respektvoll und höflich gegenüber anderen, um ein gewisses Miteinander zu bewahren“, gaben Dr. Barsch und Lechner den Teilnehmern mit auf den Weg. Der nächste Lehrgang der Förderkader I und II findet vom 17. bis 19. Mai 2019 statt.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Lehrgangs „Individuelles Coaching“ in Rostock.

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