Rückkehr auf den Platz nach einer Covid-19-Erkrankung


04.03.2021
Spielbetrieb • Männer • Frauen • Junioren • Juniorinnen

Lange Zeit war Mecklenburg-Vorpommern wie ein gallisches Dorf in der Coronapandemie. In der aktuellen zweiten Welle mit steigenden Inzidenzzahlen in unserem Bundesland ist das Coronavirus (SARS-CoV-2) nun greifbarer geworden. Als Konsequenz ist unser Leben auf und neben dem Platz von zahlreichen Einschränkungen und Regeln geprägt. An Fußball oder die Ausübung anderer Mannschaftssportarten ist derzeit nicht zu denken.

Obwohl der Ball die meiste Zeit des Jahres an der frischen Luft rollt, haben Studien gezeigt, dass jede:r Spieler:in während eines Fußballspieles im Durchschnitt 52 Kontakte hat, bei denen es zu einer Übertragung des Virus kommen könnte (Quelle 1).

Hinweis des Landesfußballverbandes Mecklenburg-Vorpommern:

Prof. Dr. Tim Meyer, Vorsitzender der Medizinischen Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hält eine Ansteckung auf dem Spielfeld für "sehr unwahrscheinlich".

Risiken auch für junge Menschen

Zwar zeigen acht von zehn COVID-19-Infektionen einen milden Verlauf. Nichtsdestotrotz kann es auch bei jungen Menschen im Alter zwischen 17 bis 34 Jahren, die bestimmte Risikofaktoren wie Bluthochdruck, starkes Übergewicht und Diabetes aufweisen, zu schweren Verläufen kommen (Quelle 2).

Neben den mittlerweile gut bekannten akuten Symptomen wie Fieber, Husten, Muskel- und Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Geschmacks- oder Riechstörungen können auch längerfristige Symptome wie Müdigkeit oder Muskelschwäche und Schlafstörungen auftreten (Quellen 3 & 4). Für viele Sportler mit einer durchgestandenen COVID-19-Infektion stellt sich nun die Frage, wann die Wiederaufnahme des Trainings mit einem vertretbaren Risiko möglich ist, da die Langzeitfolgen von leichten bis milden Krankheitsverläufen auf die sportliche Belastbarkeit noch nicht ausreichend erforscht sind.

Wiedereinstig abhängig vom Krankheitsverlauf

Die deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention sowie die Medizinische Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) haben dazu ein Handlungsschema erarbeitet, an dem man sich mit seinem behandelnden Arzt orientieren kann (siehe Abb. 1 / Quelle 4). Allerdings ist jede Erkrankung individuell und in Absprache mit dem behandelnden Arzt zu betrachten und kann von dem dargestellten Schema abweichen. Vor allem nach schweren Verläufen mit einer Lungenentzündung oder/und einer Herzmuskelentzündung sollten umfassendere Untersuchungen durchgeführt werden und der sportliche Wiedereinstieg nach hinten verschoben werden. Werden dazugehörige Symptome missachtet und trotzdem trainiert, drohen lebenslange Einschränkungen der körperlichen Belastbarkeit (Quelle 4).

Aufgrund der Dynamik neuer Erkenntnisse der COVID-Erkrankung können sich die Empfehlungen schnell ändern und besitzen nur eine eingeschränkte zeitliche Gültigkeit.

Martin Markus Darowski & Lennart Schleese (Stand: 4. März 2021)


Quellen:

  1. Rico-González M, Pino-Ortega J, Ardigò LP. Playing Non-Professional Football in COVID-19 Time: A Narrative Review of Recommendations, Considerations, and Best Practices. Int J Environ Res Public Health. 2021;18(2):568. Published 2021 Jan 12.
    doi:10.3390/ijerph18020568
  2. Cunningham JW, Vaduganathan M, Claggett BL, et al. Clinical Outcomes in Young US Adults Hospitalized With COVID-19. JAMA Intern Med. Published online September 09, 2020.
    doi:10.1001/jamainternmed.2020.5313)
  3. Huang C, Huang L, Wang Y, et al. 6-month consequences of COVID-19 in patients discharged from hospital: a cohort study. Lancet. 2021;397(10270):220-232.
    doi:10.1016/S0140-6736(20)32656-8
  4. Nieß et al.. Positionspapier „Return to sport“ wa?hrend der aktuellen Coronavirus-Pandemie (SARS-CoV-2/COVID-19). Dtsch Z Sportmed. 2020; www.germanjournalsportsmedicine.com
  5. Epidemiologischer Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19, www.rki.de , Stand: 25.01.21

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