MV SCHOCKT rettet Leben – machen Sie mit!


13.04.2021
Verband • Partner • Spielbetrieb

In ausgelassener Stimmung fahren die B-Junioren vom siegreichen Verbandsligaspiel zurück nach Hause. Die Spieler wollen Ihren Sieg noch in den heimischen Vereinsräumen feiern und steigen auf dem Parkplatz aus. Der Trainer und Fahrer Joachim hat allerdings noch eine Nachtschicht vor sich. Er möchte sich vorher noch ein Stündchen aufs Ohr legen, weswegen er allen viel Spaß wünscht und wieder losfährt. Nach ein paar hundert Metern verlässt das Fahrzeug ohne ersichtlichen Grund die Fahrspur, fährt in den Straßengraben und kippt gegen einen Baum...


Die Zeit läuft!

Noch 10 Minuten

Die Junioren hören den Lärm und laufen los.

Noch 9 Minuten & 50 Sekunden

Lukas zückt geistesgegenwärtig sein Telefon, wählt die 112 und alarmiert die Rettungskräfte.

Noch 7 Minuten & 57 Sekunden

Mats und Thomas, zwei besonders schnelle Sportler treffen am Unfallort ein, Joachim liegt bewusstlos neben dem auf der Seite liegenden Wagen.

Noch 7 Minuten & 50 Sekunden

Sie sprechen Joachim an, doch er reagiert nicht.

Noch 7 Minuten & 45 Sekunden

Sie stellen fest, dass er nicht atmet.

Noch 7 Minuten & 40 Sekunden

Thomas beginnt mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung

Noch 4 Minuten & 25 Sekunden

Thomas ist erschöpft, Max übernimmt die Herz-Lungen-Wiederbelebung

Noch 1 Minute & 33 Sekunden

Die Rettungskräfte treffen ein und übernehmen. Neben wenigen oberflächlichen Verletzungen, stellen sie Kammerflimmern fest und setzen einen Defibrillator ein, der durch einen Stromschock den natürlichen Herzrhythmus des Fahrers wiederherstellen kann.
Bei der Abfahrt zum Krankenhaus rufen Sie den Jungs zu, dass Sie Joachim durch Ihr beherztes Eingreifen wahrscheinlich das Leben gerettet haben und er bestenfalls nicht einmal bleibende Schäden davontragen wird. Bereits 5 Minuten ohne Wiederbelebungsmaßnahmen und somit ohne Sauerstoffversorgung hätten schwere Hirnschädigungen zur Folge, nach 10 Minuten wäre die Überlebenschance gleich Null.

Gerettet!


Was war der Grund für diesen Unfall? Untersuchungen im Krankenhaus zeigten: Joachim litt an einer nicht erkannten Herzerkrankung, die plötzlich zu Kammerflimmern führte – einer Herzrhythmusstörung mit mehr als 350 Schlägen pro Minute, die zum Zusammenbruch seines Herz-Kreislauf-Systems führte. Innerhalb weniger Sekunden verlor er das Bewusstsein und damit die Fähigkeit, das Fahrzeug zu kontrollieren. Als seine Frau davon erfuhr, wiederholte Sie nur immer wieder fassungslos, ihr Mann habe nie über Herzbeschwerden geklagt.

In den meisten Fällen gibt es vor einem solchen Herznotfall keinerlei Symptome. Außerdem zeigen Statistiken eindeutig: Es kann jeden treffen! Selbst junge Menschen und Leistungssportler, die alles für Ihre Leidenschaft geben und Ihre Körper zu Höchstleistungen antreiben.

Ohne schnelle Hilfe bleiben trauernde Eltern, Familien und Freunde zurück, die sich fragen, ob sie irgendetwas hätten tun können, das Risiko hätten kommen sehen müssen. Meist ist die Antwort darauf ernüchternd; es gab keinerlei Anzeichen für eine solch folgenschwere Erkrankung.

Deswegen ist es umso wichtiger zu wissen, wie man in Notfallsituationen handeln kann, um die Überlebenschance im plötzlichen Herznotfall zu erhöhen.

Helfen ist kinderleicht

In unserem Fall waren die Rettungskräfte knapp 9 Minuten nach dem Unfall am Ort des Geschehens. Dies ist leider nicht die Regel in unserem schönen Bundesland. Auch wenn die Hilfsfrist – also die vorgeschriebene Zeit von Alarmierung der Leitstelle bis zum Eintreffen der Rettungskräfte – auf 10 Minuten festgelegt ist, gibt es doch regional große Unterschiede in den tatsächlichen Ankunftszeiten, die teilweise sogar über 13 Minuten hinausgehen.

Viel Zeit im Kampf gegen den plötzlichen Herztod, bei dem es um jede Sekunde geht. Zu viel Zeit, denn mit jeder verstreichenden Minute sinkt die Überlebenschance um 10 %. Je eher ein Defibrillator („Defi“) zum Einsatz kommt, desto höher ist also die Überlebenschance!

Zwar wird unter anderem genau deswegen der gesamte Rettungsdienst in MV überplant, doch schon jetzt können wir alle den Betroffenen besser helfen, indem wir selbst im Notfall die Ärmel hochkrempeln und Hand anlegen!

Öffentlich zugängliche, halbautomatisierten Defis spielen dabei eine besondere Rolle! Sie geben genaue Anweisung über die durchzuführenden Maßnahmen am Patienten. Bevor es zum Auslösen des Stromschocks per Knopfdruck kommt, erfolgt zuvor eine Analyse der Herztätigkeit, die das Gerät selbsttätig durchführt. Weil der Defi bei der Wiederbelebung des Bewusstlosen die Regie übernimmt, kann er von allen Menschen auch ohne medizinische Ausbildung eingesetzt werden.

Leistungs- und Breitensportverbände in MV sind sich der Bedeutung der Ersten Hilfe-Grundkenntnisse schon lange bewusst und setzen unter anderem auf entsprechende Schulungsangebote für ihre Mitglieder. Mit dem ASB als starken Partner hat sich der Landesfußballverband MV außerdem besondere Unterstützung ins Haus geholt. Denn mit dem ASB Projekt MV SCHOCKT stellt der Wohlfahrtsverband eine kostenlose Smartphone-App zur Verfügung, die alle im Land registrierten, öffentlich verfügbaren Defis auf einer Karte anzeigt und die schnellste Route zum nächstgelegenen Gerät anzeigt (Downloads: Google Play Store, iTunes App Store).

So kann im Notfall ein lebensrettender Defi gesucht und vor allem auch gefunden werden.

Einfach mitmachen

Das MV SCHOCKT Team arbeitet stets und ständig daran, alle Defis im Land zu finden und zu veröffentlichen. Sollte dennoch ein Gerät noch nicht in der Datenbank sein, kann es von den Nutzern direkt über die App zur Aufnahme gemeldet werden. Mit MV SCHOCKT auf dem Smartphone haben wir es also selbst in der Hand! Wir können das Leben in MV ein Stück sicherer machen – für unsere Teamkollegen, Freunde und Familien.

Viele weitere Infos zum Projekt, zum plötzlichen Herztod und zur Ersten Hilfe sind unter www.mv-schockt.de zu finden. Wer Lust hat, dieses Projekt zu unterstützen und gleichzeitig etwas dazu zu verdienen, der ist herzlich dazu angehalten, sich auf den ausgeschriebenen Nebenjob zu bewerben.

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