Frauenfußball in und aus MV - Teil #1


25.02.2020
Verband • Spielbetrieb • Frauen

Die Frauen-Bundesliga feiert in dieser Saison ihr 30-jähriges Jubiläum. Auch Mecklenburg-Vorpommern hat im Laufe der Jahre seine Spuren in der Eliteklasse des deutschen Frauenfußballs hinterlassen. [Foto: Uta Zorn / www.cornerkick.de)

Schon gewusst? Die Frauen-Bundesliga feiert in dieser Saison ein Jubiläum. Derzeit läuft die 30. Spielzeit. Zugleich ist es in diesem Jahr 50 Jahre her, dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) das seit 1955 bestehende Frauenfußballverbot aufhob. In der losen Artikelserie "Frauenfußball in und aus MV" auf lfvm-v.de betrachten wir in diesem Zusammenhang etwas näher, welche Spuren einzelne Spielerinnen und auch ein Verein aus Mecklenburg-Vorpommern in der Frauen-Bundesliga hinterlassen haben.

Teil #1: Einführung und Geschichte

In der DDR gab es kein Verbot, aber auch hier war der Fußball lange reine Männersache. Ende der 1960er Jahre gründeten sich mehrere Frauenfußballmannschaften. Dazu gehörte 1969 auch die BSG Post Rostock. Da Frauenfußball keine olympische Sportart war, wurde sie nicht als Leistungssport gefördert, sondern im Breitensport angesiedelt. Anfangs durften die Teams zunächst nur auf Bezirksebene gegeneinander antreten. Auch in Neubrandenburg gab es in dieser Zeit schon eine Frauenmannschaft. Im Jahr 1979 fand mit der DDR-Bestenermittlung erstmals ein Turnier der Bezirksmeister statt. In der Saison 1989/90 konnte die BSG Post Rostock den DDR-Meistertitel zum ersten und einzigen Mal an die Ostseeküste holen.

Als es seitens des DFB erste Ideen zur Gründung einer Frauen-Bundesliga gab, war an eine Beteiligung von Spielerinnen oder Vereinen aus unserer Region noch nicht einmal zu denken. Denn: Begonnen hatte dieser Prozess im Jahre 1989. Da stand die Mauer bekanntlich noch und es gab zwei deutsche Staaten. Am 2. Juli 1989 gewann die deutsche Frauen-Nationalmannschaft in Osnabrück mit einem 4:1-Erfolg im Endspiel gegen Norwegen erstmals den Europameistertitel. Die damals durchaus großzügige Prämie des DFB für die Spielerinnen ist inzwischen in die Historie des deutschen Frauenfußballs eingegangen: Jede Spielerin bekam seinerzeit ein hochwertiges Kaffeeservice. 

Im gleichen Jahr beschloss der DFB-Bundestag in Trier die Einführung einer zweigleisigen Frauen-Bundesliga zur Saison 1990/91. Je zehn Teams spielten in einer Nord- und Südstaffel gegeneinander. Für die 20 Startplätze gab es übrigens schon damals 35 Bewerbungen. Die Tabellenersten der beiden Staffeln ermittelten im Halbfinale die Finalisten, die dann schlussendlich um den Deutschen Meistertitel spielten. Erster Titelträger wurde 1991 der TSV Siegen, in dessen Reihen unter anderem die späteren Bundestrainerinnen Silvia Neid und Martina Voss vertreten waren.

Im Zuge der Wiedervereinigung wurden 1991 der USV Jena und Wismut Aue als Erst- und Zweitplatzierte der neu gegründeten NOFV-Oberliga in die Frauen-Bundesliga aufgenommen. Beide Staffeln wurden dahingehend für eine Saison auf je elf Teams aufgestockt. Jena stieg jedoch sofort wieder ab, während Aue die Mannschaft aus finanziellen Gründen zum Saisonende zurückzog.

Turbine Potsdam schaffte 1994 den Aufstieg in die zweigleisige Bundesliga und ist seitdem der einzige Verein aus dem Osten der Republik, der sich langfristig in der Liga etablieren konnte. Kaum bekannt ist, dass der PSV Rostock in der Saison 1995/96 für eine Spielzeit in der Fußball-Bundesliga Nord spielte. Mehr dazu ist in Teil 4 der Serie "Frauenfußball in und aus MV" erfahren.

Im Jahr 1997 wurde die eingleisige Bundesliga eingeführt, in der seither zwölf Teams um den Titel spielen. Seit 1993 gilt auch bei den Frauen die Spielzeit von zweimal 45 Minuten. Bis dahin waren die Halbzeiten jeweils um fünf Minuten verkürzt.


Übrigens: Fünf Spielerinnen aus Mecklenburg-Vorpommern sind bislang mehr als 100 Mal in der Frauen-Bundesliga aufgelaufen und zwei von ihnen konnten sogar die Marke von mehr als 200 Einsätze knacken! Vier Spielerinnen aus MV haben die Deutsche Meisterschaft gewonnen, drei davon sogar die UEFA Champions League der Frauen. Und auch eine Fußball-Weltmeisterin kommt aus unserem Bundesland. Auch in der aktuell laufenden Jubiläumssaison sind mehrere Spielerinnen in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga aktiv, die in frühen Jahren in MV mit dem Fußball spielen begonnen haben. Dazu gibt es mehr in den nächsten Teilen von "Frauenfußball in und aus MV"...


DFB-TV: 30 Jahre Frauen-Bundesliga



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