Ein Held, acht Fragen: Johan Holst


14.04.2020
Projekte • Ehrenamt

Seit mehreren Jahren zeichnet der Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern (LFV) im Rahmen der bundesweiten "Aktion junges Ehrenamt" des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) junge Frauen und Männer  im Alter von 18 bis 30 Jahren für ihr Engagement im Amateurfußball aus. Die Auszeichnung zum "Fußballhelden" richtet sich speziell an junge talentierte Ehrenamtliche aus den Jugendabteilungen der Amateurvereine. Hier werden vornehmlich Kinder- und Jugendtrainer sowie Jugendleiter mit herausragendem ehrenamtlichen oder freiwilligen Vereinsengagement gesucht.

Statt der üblichen sechs Gewinner aus den Fußballkreisen in Mecklenburg-Vorpommern durfte sich ich Rahmen der diesjährigen Aktion "50 Jahre Frauenfußball" ein weiterer Ehrenamtler über die Nominierung zum Fußballhelden freuen. Damit verbunden war die geplante alljährliche Bildungsreise nach Spanien, die aufgrund der weltweiten Coronakrise mittlerweile abgesagt werden musste. Der LFV möchte in der Serie "Ein Held, acht Fragen" trotzdem oder auch gerade deshalb einige der diesjährigen Sieger vorstellen.


Unser Fußballheld: Johan Holst

Hallo Johan, stell dich uns und den Lesern doch bitte einmal kurz vor.

Meine Name ist Johan Holst. Ich bin 25 Jahre alt und derzeit Angestellter im Außendienst der Debeka. Mein Verein ist der FSV Testorf Upahl, Fußball habe ich seit 2000 gespielt. Durch einen Kreuzbandriss im Sommer 2016 bin ich mittlerweile aber kein aktiver Spieler mehr.

Welche Aufgabe bzw. Aufgaben übernimmst du aktuell in deinem Verein?

Ich bin verantwortliches Vorstandsmitglied als Sportlicher Leiter und Marketingbeauftragter.

Wie bist du zu diesen Aufgaben gekommen?

Seit meiner Verletzung im Sommer 2016, damals noch beim SV Dalberg, wollte ich dem Fußball unbedingt anderweitig treu bleiben. Planung, Organisation, Management – das sind alles Dinge, die mir sowieso schon immer Spaß gemacht haben. Also engagierte ich mich als Nachwuchstrainer und Jugendwart. Im Sommer 2018 wechselte ich dann zum FSV Testorf Upahl, um meinen eigenen Ansprüchen besser gerecht werden zu können. Hier übernahm ich dann nach halbjähriger 'Einarbeitungszeit' meine heutige Verantwortlichkeit.

Kannst du uns wesentliche Beweggründe für dein ehrenamtliches Engagement nennen?

Das ist eigentlich ziemlich einfach. Die Verletzung in 2016 war ein Grund, aber es war auch schon immer für mich klar, dass ich etwas an die Gesellschaft zurückgeben möchte. Meine Nachwuchstrainer beim SV Dalberg, in Persona Marko Hälke und Jens Kagel, haben mich sehr geprägt. Sie waren immer Vorbilder und haben uns Tugenden vermittelt, die heute nicht mehr selbstverständlich sind. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Disziplin, Respekt, Ehrgeiz – alles Dinge, die sie vorgelebt und gefordert haben. Sie haben mich menschlich sehr positiv beeinflusst, wofür ich den Beiden auch heute noch sehr sehr dankbar bin. Ihr Einsatz war einzigartig und das was sie für uns damals alles geleistet haben, möchte man aus Dankbarkeit und Anerkennung auch gerne weiter vermitteln.

Welche Ziele hast du dir im Fußball für die kommenden Jahre gesetzt?

Erstmal möchte ich die B-Lizenz erlangen. Darauf in den nächsten ein bis zwei Jahren noch den Vereins- und Verbandsmanager B. Nebenbei bin ich auch noch im Kreisfussballverband Schwerin-Nordwestmecklenburg aktiv, welchen ich auch voranbringen möchte. Aber mein Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf den FSV Testorf Upahl. Hier sind wirklich viele gute bis sehr gute Leute im Hintergrund, die für den Verein hervorragend zusammenarbeiten. Alle Trainer, Betreuer, Vorstandsmitglieder, Ehrenamtler drumherum, Sponsoren, Förderer, sonstige Unterstützer und Sympathisanten sind mit einem brutalen Einsatz für den Verein tätig und diesem auch sehr verbunden. Der Verein hat ein enormes Potential, wenn man betrachtet was allein schon die Sportstätten in Testorf und Upahl an Kapazitäten hergeben. Und das kombiniert mit qualifizierten 'Personal' im Hintergrund... Ich denke, wir werden den Gesamtverein in den kommenden Jahren in eine sehr gute Richtung weiterentwickeln.

Wie hast du von deiner Ernennung zum Fußballheld erfahren und welche Gedanken sind dir dabei als erstes durch den Kopf geschossen?

Ich habe mich selbst beworben, da es leider kein Verein aus unserem Kreis geschafft hat jemanden vorzuschlagen. Dies habe ich so auch mit dem Vorstand des KFV Schwerin-Nordwestmecklenburg und dem Landesehrenamtsbeauftragten des LFV (Detlef Müller/d. Red.) vorab abgestimmt, damit der Platz für die ursprünglich geplante Reise nicht verfällt.

Hintergrund: Johan Holst ist neben seiner Tätigkeit beim FSV Testorf Upahl auch Ehrenamtsbeauftragter im Kreisfußballverband Schwerin-Nordwestmecklenburg.

Zur Bildungsreise: Aufgrund der Coronakrise musste die alljährliche Fahrt der Fußballhelden nach Spanien leider abgesagt werden. Wie enttäuscht bist du darüber?

Emotional betrachtet ist man schon ziemlich niedergeschlagen. Da steht etwas einmaliges kurz vor der Tür und dann sowas. Ich habe mich schon seit Wochen darauf gefreut, aber nun ist es so, wie es ist. Ich hoffe insgeheim natürlich, dass man diese Reise vllt. nachgeholt bekommt. Denn sind wir mal ehrlich: Selbst erlebte Erfahrungen, wie zum Beispiel der Besuch des Camp Nou, sind durch nichts Materielles der Welt zu ersetzen.

Wie nimmst du persönlich die aktuelle Situation rund um Corona in deinem privaten Umfeld und im Bereich des Fußballs wahr?

Es ist schon traurig zu sehen wie sehr die Welt durch ein Virus beeinflussbar ist. Man kann sich als 'Ottonormalverbraucher' wirklich schwer ein genaues Urteil erlauben, zu unterschiedlich sind die Meldungen die man den Medien wieder mal entnehmen muss. Ob die eingeleiteten Maßnahmen übertrieben oder vollkommen gerechtfertigt sind, wird man sowieso erst im Nachgang erfahren. Wirtschaftlich betrachtet ist diese Situation natürlich eine absolute Vollkatastrophe! Aber uns bleibt nur aufeinander aufzupassen, Rücksicht zu nehmen, zu helfen und vor allem kräftig die Hände zu waschen.


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