23.09.2015

Nach über 50 Jahren im Schiedsrichterwesen hat Günter Dähn seine Pfeife an den Nagel gehängt


Günter Dähn (li.) bei seinem Abschiedsspiel in Lübstorf.

Am 16. September verabschiedete sich Schiedsrichter Günter Dähn mit einem Abschiedsspiel zwischen den Lübstorfer Alte-Herren und einer Auswahlmannschaft aus dem Schweriner Fußballumfeld. Auf Einladung seines Heimatvereins MSV Lübstorf waren einige Gäste ins Lübstorfer Waldstadion gekommen, um dabei zu sein, wenn eine Schiedsrichterlegende nach über 50-jähriger Schiedsrichter-laufbahn seine Pfeife an den Nagel hängt. Trotz Dauerregen hatten alle Aktiven eine Menge Spaß und erinnerten sich gerne an die gemeinsamen Momente auf den Fußballplätzen in und um Schwerin zurück.

Noch vor Anpfiff wurde Günter Dähn vom KreisSportBund Nordwestmecklenburg, vertreten durch Dr. Rolf Börner mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet. Auch Friedbert Ohms aus dem Ausschuss für Ehrung und Tradition des Kreisfußballverbandes Schwerin-Nordwestmecklenburg bedankte sich für die langjährige Einsatzbereitschaft und überreichte ein Geschenk.

Nach dem Abpfiff kamen alle in geselliger, fast familiärer Runde im renovierten Lübstorfer Vereinsheim zusammen und stärkten sich bei Bratwurst und Bier. Der Abteilungsleiter Fußball der SG Lübstorf/Bad Kleinen, Steffen Bürger, bedankte sich im Namen des Vereins und blickte dann gemeinsam mit einigen Weggefährten, wie dem Lübstorfer Ehrenmitglied Gerdi Düring, auf die lange Schiedsrichterzeit von Günter Dähn zurück.

Angefangen hatte diese bereits 1965 bei Chemie Schwerin, als sich Günter Dähn gegen eine aktive Spielerkarriere und für das Schiedsrichterwesen entschied und somit ab dem 1. August 1965 inoffiziell als Schiedsrichter geführt wurde und Spiele der Kreisklasse im Bezirk Schwerin leitete. Die offizielle Prüfung zum Schiedsrichter legte er dann nach diversen Fortbildungen im August 1967 ab. Bereits im Oktober 1967 stieg Günter Dähn in die Bezirksklasse auf und so kam es auch, dass er im Mai 1969 mit Heini Karberg und Kurt Rötz als angesetzter Linienrichter nach Lenzen an der Elbe unterwegs war und ihm im Auto mitgeteilt wurde, dass er heute sein erstes Spiel in der Bezirksliga leiten würde. Es folgten viele weitere Spiele in den Bezirken Schwerin und Rostock, sodass er wohl fast auf allen Sportplätzen der Region Spiele geleitet hat, von Grevesmühlen über Neukloster bis nach Warnemünde, oder eben in Wittenberge, Perleberg, Parchim, Ludwigslust, Plate usw.

Günter Dähn hat viel erlebt in seiner aktiven Zeit und ist dabei viel umher gekommen. Beachtenswert allemal, da er stets mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Spielen reiste und in Hochzeiten bei 3 bis 4 Spielen am Wochenende so einige Kilometer zurücklegte. Höhepunkte in seiner Schiedsrichterkarriere waren sicherlich auch die Einsätze als Assistent in der DDR-Liga. Ab Februar 1981 wurde Günter Dähn dann zurück in den Kreis versetzt, was seine Leidenschaft für das Schiedsrichterwesen nicht minderte, zunächst im KFV Schwerin-Parchim, dann im KFV Schwerin und letztlich im KFV Schwerin-Nordwestmecklenburg. Bis 2003 hat Günter Dähn sage und schreibe 2000 Punkt- und Freundschaftspiele geleite. Eine beeindruckende Statistik. Ab 2004 widmete er sich dann verstärkt dem Nachwuchsfußball und leitete Spiele auf dem Kleinfeld. Dabei kam er selbst in den letzten Jahren seiner Laufbahn noch auf mindestens 30 Spiele pro Saison. Dabei zeichnete ihn neben seiner neutralen und geradlinigen Art als Schiedsrichter auf dem Platz insbesondere seine Zuverlässigkeit aus. Darüber hinaus engagierte er sich auch für das Schiedsrichtwesen in und um Schwerin und war so in verschiedensten Funktionen in den Schiedsrichterausschüssen aktiv.

Auch Detlev Paetow vom Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern bedankte sich bei Günter Dähn für die unzähligen Spiele und seinen ehrenamtlichen Einsatz für den Fußballsport im Land und richtete die Grüße des FIFA-Schiedsrichters Bastian Dankert aus.

Günter Dähn, in Begleitung seiner Frau und seiner Tochter nebst Schwiegersohn, genoss den Abend im Kreise seiner Fußballkumpels, war sichtlich ergriffen und auch ein wenig wehmütig, hätte er doch gerne noch ein paar Jahre gepfiffen. Doch die Elektronik (dfbnet) und das Alter haben ihn dann doch eingeholt, sodass er seine Pfeife mit nunmehr 77 Jahren an Ulli Schröder vom MSV Lübstorf überreichte und ihn bat, diese an einen jungen talentierten Schiedsrichter weiterzureichen. Viele Vereinsvertreter äußerten jedoch an dem Abend den Wunsch, dass Günter sich nicht ins Abseits zurückziehen möge, sondern weiterhin ein gern gesehener Gast auf den Fußballplätzen in und um Schwerin ist!

Quelle: MSV Lübstorf



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