31.03.2014

Lübzer SV erhielt Auszeichnung vom DFB


Eugen Gehlenborg (links), DFB-Vizepräsident für Sozial- und Gesellschaftspolitik und Dr. Rudolf Seiters (rechts), Bundesminister a. D. und Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, nahmen Uwe Ohlrich vom Lübzer SV zur Urkundenübergabe in die Mitte.

Im Congress Center Rosengarten Mannheim erhielten in diesem Jahr zehn Fußballvereine die Sepp-Herberger-Urkunde. Seit ihrer Gründung zeichnet die älteste Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes mit der Urkunde auf Vorschlag der DFB-Landesverbände Fußballvereine für besonderes Engagement aus. Es wäre der 117. Geburtstag Sepp Herbergers gewesen und der „Chef“ wäre sicher stolz auf die alle Preisträger gewesen.

Im Beisein von 90 geladenen Gästen, darunter Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz, DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock, DFB-Schatzmeister Reinhard Grindel, DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg sowie zahlreichen weiteren Persönlichkeiten aus Fußballsport und Gesellschaft, erhielt der Lübzer SV in der Kategorie Behindertenfußball den 1. Preis.

„Ich bin sicher, Sepp Herberger hätte seine Freude am Wirken des Lübzer SV. Durch die Zusammenarbeit mit der Förderschule und der Werkstatt für behinderte Menschen macht der Verein eindrucksvoll vor, wie Kooperationen zwischen Einrichtungen und Schulen für beeinträchtigte Menschen und einem Fußballverein ausgestaltet werden und funktionieren können“, betonte DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg in seiner Laudatio.

Angefangen hatte die Erfolgsstory im Jahr 2006. Damals erhielt der Lübzer SV Starterpakete vom DFB, um den Schwung der Weltmeisterschaft im eigenen Land zu nutzen und den Fußball für viele Kinder und Jugendliche in den Schulen erlebbar zu machen. Vereinssportlehrer Uwe Ohlrich zog mit Bällen, Hütchen und Überziehhemden ausgestattet in die Allgemeine Förderschule Neuer Teich in Lübz. Dort traf er sowohl bei den lernbeeinträchtigten Schülern als auch der Schulleitung auf offene Ohren. Schnell bildete sich eine Trainingsgruppe, der immer mehr Kinder angehörten.

Inzwischen trainiert eine zweite Gruppe schon über mehrere Jahre und erwirbt neben Technik und Taktik auch viele soziale Kompetenzen. Aus dem spielerischen Training wurde für die ehrgeizigsten der rund 30 Schüler schnell eine Integration in den Wettspielbetrieb beim Lübzer SV. Durch das regelmäßige und fachmännische Training konnte die  Schule auch bei den Landesmeisterschaften der Förderschulen erfolgreich punkten. Ebenso wurden eigene Turniere durchgeführt, bei denen der Verein unterstützend tätig war.

Im Jahr 2009 kamen die Lewitz-Werkstätten, eine Werkstatt für Behinderte in Parchim, auf den Verein zu und bat um Unterstützung. Auch dort wollte die Leitung mit Sport etwas für die beeinträchtigten Mitarbeiter tun. Uwe Ohlrich organisierte in Abstimmung mit dem Vorstand des Lübzer SV kurzerhand alles Notwendige und traf auf mehrere Schützlinge, die er auch der Förderschule kannte. Diese waren inzwischen dem Schulalter entwachsen, aber dem Fußball treu geblieben. Die 16 bis 30-Jährigen trainieren mit ihren körperlichen und geistigen Handicaps inzwischen ebenfalls erfolgreich. Regelmäßig beteiligen sie sich an   Fußball-Turnieren beim Lübzer SV und einige vertreten in der Landesauswahl der Werkstätten für Behinderte Mecklenburg-Vorpommern bundesweit.

In Anerkennung der Leistung dieser nachhaltigen Arbeit  wurde dem Verein die Sepp-Herberger-Urkunde in der Kategorie Behindertenfußball überreicht. „Neben der Begeisterung der Behinderten ist das die schönste Anerkennung der Arbeit“ zeigte sich Uwe Ohlrich bei der Verleihung stolz auf das Geleistete.

Astrid Becker



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