20 Jahre Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.
15.07.2010
Vor genau 20 Jahren haben sich am 14. Juli 1990 112 Delegierte aus den Vereinen, den damaligen drei Bezirksfachausschüssen und 36 Kreisfußballverbänden in Güstrow zusammengefunden, um den heutigen Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. (LFV M-V) zu gründen. Eine Besonderheit dieses ersten Verbandstages war, dass die Delegierten bereits nach wenigen Minuten der Eröffnung ihres Gründungsverbandstages in der Aula der Sportschule Güstrow diese aufgrund einer Bombendrohung unter Polizeiaufsicht verlassen mussten. Kurzerhand wurde entschieden, dass nunmehr diese Versammlung mitten auf dem Sportplatz der Sportschule fortgesetzt wird. Dieser Gründungsakt dürfte einmalig für die Geschichte des deutschen Fußballs sein. Genau 20 Jahre später hat der Landesfußballverband seine damaligen Gründungsmitglieder, den erste Vorstand, die hauptamtlichen Verbandsmitarbeiter, Ehrengäste und Sponsoren nach Güstrow ins Kurhaus am Inselsee geladen. Nach dem Kaffee ging es dann mit dem Bus zur Sportschule des Landessportbundes. Dort erläuterte Sportschulleiter Detlev Müller die Entwicklung der Schule sowie den Bau des Kunstrasenplatzes und der Sporthalle. Während der Führung über das Gelände machten die Gründungsmitglieder bei den jüngsten Kickern der Talentferienschule des LFV M.-V. halt und erzählten, wie vor 20 Jahren der Boden unter ihren Füßen ausgesehen hatte.
Den Verband und die vorgenannten Personen wurden durch den Innenminister Lorenz Caffier, den DFB-Vizepräsident Dr. Hans-Georg Moldenhauer und den Präsident des Landessportbundes, Wolfgang Remer geehrt.
„Der Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern kann stolz auf die geleistete Arbeit sein, ob im Ehren- oder Hauptamt", sagte Caffier, der aber auch den veränderten Aufgabenbereich und die gesellschaftliche Verantwortung eines Sportverbandes ansprach. „Verband zu sein, heißt nicht nur, den Spielbetrieb Jahr für Jahr zu organisieren, sondern auch die täglichen gesellschaftspolitischen Leistungen der Integration und Gewaltprävention und anderer wichtiger Themen mit anzupacken. Das macht der Verband in bravouröser Art und Weise, die hier gewürdigt werden soll." Ähnlich erfreut äußerte sich Dr. Hans-Georg Moldenhauer, DFB Vizepräsident, zum Festakt des Verbandes. Er hofft, dass wieder mehr Mannschaften überregional Fußball spielen werden, so dass Nachwuchstalente in Mecklenburg-Vorpommern gehalten werden können. Mit seinem abschließenden Wunsch, den baldigen Aufstieg des FC Hansa Rostock in die Zweitklassigkeit zu feiern, stieß er auf viel Beifall der anwesenden Gäste.
Der Präsident des Landessportbundes ist noch genau derselbe, der vor 20 Jahren die Gründungsurkunde des LFV M.-V. unterzeichnet hatte - Wolfgang Remer. In seinen Ausführungen bedankte er sich beim größten Fachverband des Landessportbundes für die geleistete Arbeit. „Die 50.000 Mitglieder von unseren insgesamt 230.000 Mitgliedern können stolz auf den Landesfußballverband sein, der einen wichtigen gesellschaftspolitischen Teil der mitbestimmt.
Der Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. ist einer der 21 Landesverbände des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und eines von sechs Mitgliedern im Regionalverband des Nordostdeutschen Fußballverbandes. Als solcher bildet der LFV M.-V. die Dachorganisation aller 494 Fußballvereine in Mecklenburg-Vorpommern mit 48.410 Mitgliedern und 2.105 Mannschaften (DFB-Mitgliederstatistik; Stand 1. Januar 2010). Zudem ist der LFV M.-V. Mitglied im Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern und Träger der Sportschule Parchim.
Zum ersten Präsidenten des LFV M.-V. wurde Günter Waak (Brunn) gewählt, der den Verband bis 07/1999 führte. Hiernach folgte an der Verbandsspitze Joachim Masuch (Lichtenhagen-Dorf) und kann gemeinsam mit allen Mitarbeitern, Ehrenamtlern und natürlich Sportlern auf zwei ereignisreiche Jahrzehnte zurückblicken: „Es macht sehr stolz, wenn man eine Zwischenbilanz dieser 20-jährigen Entwicklung zieht. Hierin einbezogen ist die ständige Verbandsbereitschaft, sich verändernder gesellschaftlicher Veränderungen zu stellen und stets für eigene effektive Strukturen und einen modernen Spielbetrieb im Interesse unserer fast 500 Vereine zu sorgen. Wenn wir jährlich nahezu 25 000 Pflichtspiele für unsere Vereine vorhalten, einen umfänglichen Auswahlspielbetrieb organisieren, Trainer, Übungsleiter, Schiedsrichter aus- und weiterbilden und in diversen Projekten uns den Themen der Integration, der Gewaltprävention u. a. widmen, zeigt dieses auszugsweise unser Aufgabengebiet. Dies alles ist nur zu leisten, weil sich in unserem Bundesland ca. 7000 Personen in unseren Vereinen sowie Kreisfußballverbänden ehrenamtlich in verschiedenen Bereichen des Fußballsportes aktiv einbringen! All denen gilt mein besonderer Dank. Ebenso möchte ich mich bei den langjährigen Partnern des Verbandes NDR 1 Radio MV und das Nordmagazin, der WEMAG, Lotto Mecklenburg-Vorpommern, der VR Bank, Polytan und allen anderen Förderern unseres Vereins bedanken."


Präsident Joachim Masuch begrüßt die Gäste anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Verbandes im Kurhaus am Inselsee.

Die Gründungsmitglieder erinnerten sich: Am 14. Juli 1990 mussten sie aufgrund einer Bombendrohung die Aula der Sportschule verlassen und gründeten den Verband bei schönem Wetter auf dem Fußballplatz. 20 Jahre später gab es natürlich viel Redebedarf an Ort und Stelle.

Große Ehre: Der Innenminister des Landes, Lorenz Caffier, beglückwünscht die Kinder der Talentferienschule höchstpersönlich zum Sieg der Miniweltmeisterschaft.

Präsident Masuch, DFB-Vizepräsident Moldenhauer und Innenminister Caffier (l.n.r.) lauschen dem interessanten Beitrag des Sportschulleiters Detlev Müller.


